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Praxisnewsletter 01 | 2016 | Schwerpunktpraxis für Akupunktur und Naturheilverfahren

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Im neuen Jahre Glück und Heil...

Im neuen Jahre Glück und Heil;
Auf Weh und Wunden gute Salbe!
Auf groben Klotz ein grober Keil!
Auf einen Schelmen anderthalbe!

Johann Wolfgang von Goethe [1749-1832]


Liebe Patientinnen, liebe Patienten,
wir wünschen all unseren Patienten ein gesundes, glückliches und zufriedenes Jahr 2016.

Kleine Homöopathiekunde
Silicea [Kieselsäure]
Die Kieselsäure Silicea kommt in der Natur vor allem in der Erdkruste und im Meeressand vor. Im menschlichen Körper ist sie ein wichtiger Bestandteil des Bindegewebes und spielt eine wichtige Rolle bei der Stützfunktion. Das Arzneimittel Silicea wird aus weißem Meeressand oder Bergkristall gewonnen.
Hauptanwendungsgebiet von Silicea sind Entzündungen, auch an Augen und Ohren. Zudem kommt die Kieselerde bei Erkrankungen der Haut, der Atemwege, des Magen-Darm-Trakts und des Bewegungsapparates zum Einsatz. So werden vor allem eiternde Prozesse wie Abszesse sowie eitrige Mandel-, Mittelohr- und Nasennebenhöhlenentzündungen mit Silicea behandelt. Aber auch bei Erkrankungen der Zähne, Venenentzündungen, Nagelbettentzündungen und Nagelpilz, Infekt-anfälligkeit, Osteoporose und Wirbelsäulenbeschwerden sowie Narben und Narbenschmerzen wird die Kieselerde eingesetzt. Typische Leitsymptome für Silicea sind chronische Entzündungen sowie eine Anfälligkeit für Erkältungen. Entzündungen sind oft Reaktionen auf Fremdkörper, es bilden sich Fisteln und übel riechende, dünnflüssige Sekrete werden
abgesondert. In den betroffenen Körperteilen spüren die Patienten ein Kältegefühl. Häufig leiden sie unter einem stinkenden Fußschweiß, der bei einer Entzündung verschwindet. Sie werden von Selbstzweifeln geplagt, sind schüchtern, ängstlich und unentschlossen und empfindlich gegen Widerspruch. Besser fühlen sich diese Patienten bei Wärme, auch warmem Einhüllen. Kälte, Licht, Geräusche, Erschütterung oder Waschen verschlechtern dagegen. Bei Frauen verschlechtert sich der Zustand auch während der Menses.
Mit Hepar sulfuris, einem anderen bewährten Mittel bei Entzündungen, hat Silicea die Kälte-empfindlichkeit gemeinsam. Doch während Hepar-sulfuris-Patienten extrem berührungs-empfindlich und reizbar sind, sind Silicea-Patienten eher ruhig und unauffällig. Mit Mercurius solubilis hat Silicea die Empfindlichkeit gegen Kälte und Zugluft sowie die Schweißneigung gemeinsam. Doch bei Mercurius solubilis verschlimmert Hitze. Zudem haben Mercurius-solubilis-Patienten einen ver-mehrten Speichelfluss und üblen oder süßlichen Mundgeruch.

Entzündungsmittel: Übersicht

In den letzten Ausgaben unseres Newsletters haben wir Ihnen die wichtigsten homöopathischen Mittel gegen Entzündungen vorgestellt. Doch wann greifen Sie nun zu welchem Mittel? Bei der Mittelfindung kann Ihnen die folgende Übersicht helfen.

Aconitum: Die Entzündung beginnt plötzlich. Die Schmerzen sind schießend und krampfartig und gehen oft mit einem Gefühl der Taubheit einher. Der Zustand bessert sich nach dem Eintritt von Absonderungen; Druck, Licht, Lärm und Aufrichten verschlimmern dagegen. Die Haut von Aconitum-Patienten ist heiß, trocken und rot-fleckig. Häufig leiden die Patienten unter großem Durst und Unruhe, die bis zur Todesangst gehen kann.

Apis: Bei Apis äußert sich eine Entzündung in stechend-brennenden Schmerzen, der Patient fühlt sich, als würde er mit glühenden Nadeln gestochen. Linderung verschaffen Kälte, frische Luft und Bewegung, ebenso ein Abdecken der betroffenen Körperstelle. Wärme, Ruhe, Berührung verschlim-mern dagegen die Beschwerden. Auch abends fühlen sich die Patientenschlechter, ebenso im Haus und nach dem Aufwachen. Ihre Haut ist abwechselnd trocken-heiß und schweißig, nach dem Schweiß kann sich ein Ausschlag einstellen. Zudem sind die Patienten nervös-gereizt oder benommen. Auch bei Fieber verspüren sie keinen Durst.
Belladonna: Auch bei Belladonna beginnen die Beschwerden sehr plötzlich, die Entzündung geht mit einer starken Rötung der Haut einher. Die Schmerzen sind hier schießend oder klopfend, die Patienten fühlen Hitze. Ruhe und ein halb aufgerichteter Zustand bessern, bei Erschütterung, Berührung sowie Zug dagegen verschlechtert sich der Zustand. Auch abends werden die Symptome schlimmer. Belladonna-Patienten fühlen sich benommen, schwitzen und leiden unter großem Durst, ihre Haut wird rot und blass im Wechsel. Weitere Begleiterscheinungen können Wahnvorstellungen oder Zorn sein.

Ferrum phosphoricum: Ferrum phosphoricum kommt bei fieberhaften Erkrankungen, die im Gegensatz zu Aconitum und Belladonna langsam beginnen, zum Einsatz, ebenso bei Entzündungen der Ohren und Atemwege. Oft ist auch bei akuten Infekten das Allgemeinbefinden der Patienten kaum beeinträchtigt. Linderung verschaffen kalte Anwendungen, nachts oder bei plötzlichen Bewegungen verschlechtert sich der Zustand dagegen. Typische Begleiterscheinungen bei Ferrum phosphoricum sind geschwollene Lymphknoten und ein schneller Puls.

Hepar sulfuris: Hepar sulfuris ist das Mittel der Wahl bei eitrigen Entzündungen, vor allem wenn der Eiter frisch, weiß-gelb und dick ist. Die betroffenen Stellen sind überempfindlich gegen Schmerz, häufig fühlen sich die Patienten, als ob ein kalter Wind auf diese Stelle blase. Bewegung und [feuchte] Wärme bessern, Kälte und trockenes Wetter verschlimmern die Beschwerden dagegen. Auch wenn die betroffene Stelle aufgedeckt oder berührt wird, verschlechtert sich der Zustand. Hepar-sulfuris-Patienten sondern einen sauren Schweiß ab, dessen Geruch an alten Käse erinnert. Sie verlangen nach sauren Getränken und scharfen Speisen. Typische Begleiterscheinungen sind Lymphknotenschwellungen, zudem sind die Patienten jähzornig und unzufrieden. Mercurius solubilis: Abszesse, Haut- und Schleimhautentzündungen sowie Lippenherpes sind Fälle für Mercurius solubilis. Die Schmerzen sind stechend und brennend, oft fühlen sich die betroffenen Stellen rau an. Der Zustand der Patienten bessert sich durch Liegen und Ruhe. Auch kalte Getränke tun ihnen gut. Morgens geht es ihnen ebenfalls besser, während Kälte, Nässe, Wetterwechsel, aber auch die Bettwärme verschlimmern. Auch abends fühlen sich diese Patienten schlechter. Häufig leiden sie unter übel riechenden Nachtschweißen und verspüren einen starken Durst auf kalte Getränke. Typische Begleiterscheinungen sind Unruhe und Zittern – manche Patienten fühlen sich, als würden sie den Verstand verlieren. Silicea: Silicea ist angesagt, wenn eine Reaktion auf einen Fremdkörper hinter der Entzündung steckt und sich Fisteln bilden oder ein übel riechendes Sekret abgesondert wird. Die betroffenen Stellen fühlen sich kalt an. Wärme verschafft Linderung, während Kälte, Licht, Erschütterungen oder Geräusche verschlimmern. Silicea-Patienten leiden häufig unter stinkendem Fußschweiß, der während der Entzündung verschwindet. Sie frieren leicht, sind ängstlich und mögen es nicht, wenn man ihnen widerspricht.

Wir hoffen, dass Ihnen das Lesen des Newsletters wieder viel Spaß gemacht hat.

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